Villa Bach Ein Stück Dornbirner Stadtgeschichte.

Wenn es regnet, dann rumpeln die Steine.

Alles, was wertvoll ist, hat auch eine Geschichte. Die Art und Weise, wie wir uns mit den Projekten, Produkten und Leistungen unserer Kunden auseinandersetzen, sagt auch viel aus über unser Gespür für Qualität. Das Haus, in dem wir arbeiten, hat viel zu erzählen. Um das Jahr 1840 errichtete Franz Martin Bröll (1816-1880) eine Feilenhauerei Am Bach 9. Das ehemals erdgeschossige massive Steingebäude wurde dann mit den Jahren ausgebaut zu einem mehrgeschossigen Wohnhaus für die Arbeiter der umliegenden Textilbetriebe. Viele Menschen wohnten hier, einige Berühmtheiten wurden hier geboren. Heute beherbergt es Agentur und Wohnraum.

Die Villa Bach steht im Dornbirner Oberdorf, dem 3. Stadtbezirk der Stadt Dornbirn. Im Oberdorf finden sich zahlreiche Villenbauten aus der Blütezeit der Textilindustrie Anfang des 20. Jahrhunderts.

 

 


 

 

DER STANDARD, eine der großen österreichischen Tageszeitungen,
widmete der Villa Bach am 25.10.2014 ein sogenanntes „Wohngespräch“
mit Inhaberin Eva Engel:

 

Die Werberin und Sängerin Eva Engel alias „zeebee“ wohnt in der Villa Bach in Dornbirn, wo Musik und Werbung entstehen. Michael Hausenblas hat erfahren, dass sie Arbeit und Wohnen kaum trennen kann.

„Mein Haus wird im Stadtarchiv erstmals 1834 urkundlich erwähnt. Damals war es eine Feilenhauerei mit Schmiede. Es ist eines der ältesten Steinhäuser in Dornbirn. Auf den alten noch erhaltenen Skizzen sieht das Haus fast genauso aus wie heute. Später wurde es um zwei Geschoße sowie einen ziemlich großen Dachboden erweitert. Insgesamt sprechen wir von 208 Quadratmetern.

Das Gebäude, in dem ich heute wohne und arbeite, wurde früher als Wohnhaus für Textilarbeiter benützt. Eigentlich ist die Villa Bach also gar keine Villa. Aber in Gedenken an all die hart arbeitenden Menschen, die hier gelebt haben, hab ich sie einfach so getauft. Ich habe das Haus vor 16 Jahren aus der Auflösungsmasse eines Textilbetriebes gekauft. Es war in einem völlig desolaten Zustand.

Das Haus hat noch die original ein Meter dicken Wände und schöne, für die damalige Zeit typische Rundbogenfenster. Handwerker fluchen, wenn sie hier was verlegen oder einbauen müssen. Das Haus wurde mit sogenannten ‚Achbola‘ gebaut, das sind große rundgewaschene Steine aus der Dornbirner Ach. An ihnen scheitert manchmal sogar die stärkste Bohrmaschine.

Auch unter meinem Garten liegen einige solche große Kaliber, und der tiefe Gewölbekeller ist damit gemauert. Es ist praktisch unmöglich, das Haus nach heutigen Standards richtig zu isolieren, und so lebe ich in zwei Klimazonen – speziell im Sommer. Im Erdgeschoß, wo sich meine Mitarbeiterinnen und ich 100 Quadratmeter teilen, ist es bei Hitze angenehm kühl. Wir brauchen keine Klimaanlage. Und wenn das Thermometer doch mal über 30 Grad klettert, schließen wir einfach die Holzläden und werfen den Ventilator an. Das macht dann das südliche Flair mit Feigenbaum vor dem Eingang richtig komplett. Das Obergeschoß ist heute eine moderne Holzschachtel, wie diese Erfindung Vorarlberger Baukunst auch genannt wird. Sie liegt quer auf den historischen Grundmauern. Im Obergeschoß wohne ich. Ich bin ein Workaholic. Arbeit und Privates trennen kann ich nur sehr schwer. Der Wohnbereich und die Agentur sind durch große, schwere Schiebetüren getrennt. Die Villa Bach ist dadurch auch ein bisschen öffentlicher Raum. Sie ist Wohnhaus, Agentur, Musikstudio, Garten. Wirklich privat sind eigentlich nur Schlafzimmer, Bad und Ankleide.

So wie wir für unsere Kunden jedes Foto, Illustrationen, Inhalte, Themen, Text und Umsetzung auswählen und arrangieren, so versuche ich auch Räume einzurichten. Alle Wände der Villa Bach sind weiß. Weiße Wände sind meine Leinwand. Im Zentrum des Hauses gibt es eine wunderschöne knallgelbe Stiege. Die ist eigentlich eine Skulptur im Raum. Ebenso die Küche, die ist petrolfarben. Auch die Türen im Obergeschoß sind teilweise petrol und gelb. Ich hab die Farben vor vielen Jahren ausgesucht, und sie passen noch immer zu mir.

Mein Haus liegt sehr schön in einer kleinen Seitenstraße im Dornbirner Oberdorf, oberhalb der Stadt. Wenn es stark regnet, hört man im nahen Steinebach tatsächlich die Steine – die ‚Bola‘ – rumpeln. Ich kann direkt vom Haus auf den Dornbirner Hausberg, das Bödele, wandern oder mit dem Rad ins Zentrum oder an den Bodensee fahren. Ich genieße hier eine feine Infrastruktur, die sich entgegen allen Trends laufend erweitert; einen hervorragenden Bäcker, einen Metzger, einen Käseladen der Bregenzerwälder Bauern, einen Spar, eine Bank, einen Juwelier, Friseure, Gärtner, Elektriker. Sogar zwei Lokale und ein feines Restaurant sind in Gehweite. Das Auto braucht man also wie in einer Großstadt eher selten.“

DER STANDARD, 25.10.2014